Acadia National Park

So früh, wie wir schlafen gegangen sind, wachen wir auch auf. Frühstück gibt’s ab halb acht, zwei Minuten vorher sind wir dort und müssen tatsächlich warten, bis aufgesperrt wird. Die senile Bettflucht hat um sich gegriffen, fünf Minuten später ist das Restaurant voll besetzt. Wir essen Eier, Würstchen und French Toast, danach checken wir gleich aus.

Fahrt ans Meer über die Mt. Washington Auto Route und U.S. Route 2

Die heutige Strecke zum Acadia National Park ist bis Bangor wunderschön. Wir finden, sogar noch schöner als der gehypte Kancamagus Highway. Der Indian Summer ist hier gerade auf seinem Höhepunkt. Wir genießen die Fahrt, die Ausblicke und die Wärme, die durch die offenen Autofenster hereinströmt. Nachdem wir durch Bangor durch sind, sehen wir erste Nebelschwaden, die sich mehr und mehr verdichten, je näher wir dem Acadia National Park kommen.

Acadia National Park: Park Loop Road und Cadillac Summit im Nebel, Übernachtung in Bar Harbor

Der Acadia National Park liegt an der Atlantikküste von Maine. Drei Millionen Menschen besuchen ihn pro Jahr und ist damit unter den Top 10 der US Nationalparks. 19.000 ha groß ist der Park, der zum größten Teil auf Mount Desert Island liegt. Es gibt Wälder, Felsenküste, Sandstrände, Seen und Berge. Besonders erwähnenswert ist der Cadillac Mountain, er ist die höchste Erhebung an der US-amerikanischen Ostküste. Um dort hinauffahren zu können, benötigt man eine eigene Reservierung. 20 Autos pro halbe Stunde werden auf den Berg gelassen. Besonders beliebt ist der Time Slot vor Sonnenaufgang, denn im Acadia Nationalpark sieht man ab 7. Oktober den ganzen Winter lang die Sonne als erstes in ganz USA aufgehen. Dieses Zeitfenster ist meist drei Sekunden nach Veröffentlichung ausgebucht. Wir haben Tickets für den Sonnenuntergang ergattert, aber dazu später.

Wir fahren direkt zur 43 Kilometer langen Park Loop Road, die den Osten von Desert Island erschließt. Auf den Parkplätzen vor den wichtigsten Zwischenstopps ist viel los, wir finden aber überall eine Lücke. Leider holt uns der Nebel schon sehr bald ein. Wir halten bei Sieur de Monts, Sand Beach, Thunder Hole, Otter Point, Jordan Pond und kommen schließlich pünktlich um 17:30 Uhr zur Cadillac Mountain-Zufahrtsstraße. Wir zeigen unsere Tickets und dürfen hinauf. Das fröhliche „Have Fun“ des Nationalparkmitarbeiters macht uns stutzig, eine Meile weiter wissen wir warum: die Spitze des Cadillac Mountain ist in Watte gepackt. Der Nebel ist so dicht, dass wir keine zehn Meter weit sehen. Den Sonnenuntergang können wir uns aufzeichnen. Eine Infotafel am Gipfel zeigt ein Foto, wie schön es hätte sein können. Es gibt ein paar weitere wackere Nationalparkbesucherinnen und -besucher, die den Weg nach oben genommen haben. Alle nehmen es locker und machen sich einen Spaß aus dem stürmischen Gipfelerlebnis. Wir fahren die Cadillac Summit Road wieder hinunter und erleben tatsächlich noch etwas Sonnenuntergangsstimmung unterhalb der Nebeldecke.

In der Abenddämmerung kommen wir in Bar Harbor an, dem einzigen Städtchen auf Desert Island. Wir checken im Queen Anne’s Revenge B&B ein. Wir haben ein riesengroßes Zimmer ganz oben unter dem Dach. Wir richten uns ein und gehen auf einen Aperitif in die Bar nebenan. Dann spazieren wir ins Zentrum und stellen uns für einen Tisch in der Thirsty Whale Tavern an – dort soll es das beste Essen im Acadia Nationalpark geben. . Nach einer Viertelstunde bekommen wir einen Platz an der Bar und essen Lobster Bisque, Clam Chowder und Burger. Dazu gibt es Draft Beer und nette Gespräche mit dem Barmann. Ein Cocktail namens Thirsty Whale Water bildet den Abschluss des heutigen Abends.

Schritte: 12.400
Gefahrene Kilometer: 400