Die weiße Stadt Ostuni, die runde Stadt Locorotondo und die Stadt der Trulli Alberobello

Der Tag startet mit einem feinen Frühstück auf der Terrasse. Um 10 Uhr checken wir aus und fahren in die 60 Kilometer entfernte Stadt Ostuni. Die Route führt uns durch uralte Olivenhaine etwas ins Landesinnere.

Ostuni – die weiße Stadt

Als erstes bekommen wir die weiße Stadt am Aussichtspunkt Piazzetta Martiri delle Foibe am Corso Vittorio Emanuele II zu sehen. Die historische Altstadt schmiegt sich, umgeben von einer aragonischen Stadtmauer mit Türmen, an einen Hügel. In der Altstadt sind alle Häuser weiß gekalkt, eine andere Farbe ist nicht erlaubt.
Ostuni wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Die Stadt wurde von Hannibal im Zweiten Punischen Krieg zerstört und von griechischen Kolonisten wieder aufgebaut. In den folgenden Jahrhunderten besetzten in der Reihenfolge Ostgoten, Langobarden, Sarazenen und Mauren, dann Normannen und Staufer die Stadt. Im Jahr 1507 wurde Ostuni dem Herzogtum Bari unter Isabella von Aragon angegliedert. Während der fast zwei Jahrhunderte dauernden spanischen Herrschaft versuchten die Ostunesi mehrmals, vergeblich, aufzubegehren. Im Jahr 1799 wurde dann die freie Stadt verkündet. Der Wiener Kongress bedeutet jedoch die Rückkehr der Bourbonen, und die Blüte des Geheimbundes der Carbonari. Am 26. August 1860 trat Ostuni als erste Stadt von Apulien der jungen Republik Italien bei.
Wir gehen durch ein dichtes Gewirr von gewundenen und engen Gassen, Plätzen und Höfen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Auf der Spitze des kegelförmigen Hügels befinden sich die monumentale Kathedrale und der Bischofspalast, wir erreichen sie über die Via Cattedrale, die Ostuni in zwei Teile teilt. Die Kathedrale aus Kalkstein stammt aus dem 15. Jahrhundert und verbindet Elemente der Romanik, Gotik und venezianischen Bauweise. Die schöne Fensterrose besteht aus 24 kunstvoll geschnitzten Balken. Das Innere der Kathedrale beeindruckt mit seiner kunstvoll verkleideten Decke und dem Altar. Die Kathedrale Santa Maria Assunta ist durch den sehenswerten Bogen Arco Scoppa mit dem ehemaligen Bischofspalast verbunden.
Wir fahren weiter nach Locorotondo, das etwa 30 Kilometer entfernt weiter im Landesinneren, im Valle d’Itria, liegt.

Locorotondo – die runde Stadt

Locorotondo bedeutet übersetzt runder Ort, die Stadt verdankt ihren Namen der kreisförmig angelegten Altstadt. Typisch für die Architektur Locorotondos sind die weißgekalkten Häuser sowie Spitzgiebeldächer aus grauen Kalkplatten und Ziegeln. Historiker vermuten, dass Locorotondo eine antike griechische Kolonie gewesen sein könnte, gegründet von schiffbrüchigen Flüchtlingen des Troianischen Krieges. Schon von weitem sehen wir die beeindruckende Form der Stadt, sie hat es nicht umsonst auf die Liste der schönsten Orte Italiens geschafft. Oben angekommen, spazieren wir kurz durch die Gassen der Altstadt, genehmigen uns einen Mittagssnack und fahren dann weiter nach Alberobello.

Alberobello – die Stadt der Trulli

Wir kommen im Touristen-Hotspot Apuliens an – Alberobello. Berühmt ist das Städtchen mit nur rund 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wegen seiner kleinen, meist weißen Rundhäuser: den Trulli, die 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurden. Trulli gibt es auch im Umland, in Alberobello bestehen ganze Stadtteile aus den runden oder rechteckigen Bauten mit Kegeldächern aus geschichteten Kalksteinplatten.

Wir wollen den Touristenmassen entfliehen, darum haben wir ein Zimmer gebucht, damit wir spätabends und frühmorgens in Ruhe durch die Trulli-Gassen ziehen können. Wir haben uns in einen Trullo eingemietet. Dafür haben wir etwas tiefer in die Tasche gegriffen und haben eine Unterkunft der Extraklasse dafür bekommen. Im La Mandorla Luxury Trullo haben wir viel Platz, viel Komfort und eine wunderschöne Terrasse. Claudia stattet den Trulli eine erste Stippvisite ab, Christoph testet einstweilen das Bett. Dann genießen wir die letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse. Am Abend spazieren wir durch das Viertel Rione Aia Piccola zum Restaurant. An jeder Ecke finden wir ein noch schöneres Fotomotiv als zuvor. Man muss einfach begeistert sein von diesem zauberhaften Ort!

Wir essen auf der Terrasse des Evo Ristorante, das Degustationsmenü ist preiswert und großartig. Es gibt geflämmten Sepia, Schnecken mit Trüffel in Mandelsauce, gefüllte Cappelletti in Pilzsauce, Orecchiette mit Pistazien, Speck und Ricotta, ein Pferdesteak mit Spargel und Funghi Cardoncelli, Joghurt mit Maispops und schließlich ein geeistes Panna Cotta mit Anis, Kaffeecreme auf Biscotto. Für uns einen Stern wert. Satt und zufrieden schlendern wir zurück zur Unterkunft.

Schritte: 18.000