Heute stehen wir gleichzeitig mit der Sonne auf, denn wir wollen bei Tagesanbruch nach Lamego zum Santuário de Nossa Senhora dos Remédios.
Santuário de Nossa Senhora dos Remédios im Morgenlicht
Von der Hauptstraße in Lamego führt eine eindrucksvolle barocke Freitreppe mit 686 Stufen auf einen Hügel, auf dem sich die Rocaille-Wallfahrtskirche befindet, die der Nossa Senhora dos Remédios gewidmet ist. Der Bau wurde im achtzehnten Jahrhundert begonnen, konnte aber erst 1905 fertiggestellt werden. Das abschüssige Gelände betont die Grandezza der Anlage, die vom dicht bewaldeten Park Santo Estevão mit Wegen und Gartenanlagen umgeben ist. Nicolau Nasoni, der die Gewölbe der Kathedrale ausmalte, entwarf auch einige barocke Werke in der Außenanlage wie den Granitbrunnen neben der Kirche. Auf den Treppenabsätzen finden sich interessante Skulpturen: auf dem ersten Absatz etwa der Pelikanbrunnen mit seinen verschieden großen Schalen. Die kleine achteckige Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria auf dem zweiten Treppenabsatz wurde im sechzehnten Jahrhundert auf Geheiß des Bischofs D. Manuel de Noronha errichtet und ersetzte die Ruine einer kleinen, dem Heiligen Stephanus gewidmeten Kapelle. Auf dem nächsten Treppenabsatz stehen 18 Statuen, die biblische Könige und Patriarchen darstellen. Aus der Mitte einer großen Wasserschale erhebt sich ein 22 Meter hoher Obelisk, verziert und gestützt von mythischen Atlanten.
Die aufgehende Sonne beleuchtet die Treppen exakt im 180 Grad Winkel, wir gehen bis ganz hinauf und haben einen großartigen Ausblick auf Lamego.
Wir fahren zurück in die Quinta da Pacheca, frühstücken ein letztes Mal und checken aus.



























Blindverkostung auf der Quinta da Gricha
Nach einer knappen Stunde Fahrt entlang des Douro Richtung Osten kommen wir auf der Quinta da Gricha in der Subregion „Cima Corgo“ an. Die letzten paar Kilometer waren abenteuerlich: schmale Straßen, enge Kurven und schwindelerregende Steigungen lassen uns hoffen, dass uns niemand entgegenkommt. Auf der Quinta da Gricha werden die Trauben für die bekannten Churchill’s Weine gekeltert. Die Weingärten sind teilweise 80 Jahre alt, es wird nur händisch mit minimaler Intervention im Einklang mit der Natur gearbeitet.
Wir bekommen zuerst vier Premium-Weine zu verkosten – zwei Rotweine und zwei Portweine. Wir haben ein „Blind Tasting“ gebucht und können unser bisher erworbenes Wissen über Weine der Region einbringen. Danach machen wir einen Streifzug durch die Quinta und bekommen die Lagares zu sehen, in denen der Wein gleich nach der Ernte mit den Füßen mazeriert wird.
Weiter geht es nach Pinhão, wo wir heute Nacht bleiben werden.
























Pinhão: eine Stunde am Pool und noch ein Wine-Tasting auf der Quinta de la Rosa
Nach einer halben Stunde Fahrt sind wir in Pinhão angekommen und checken im Vintage House ein, einem der traditionsreichsten und exklusivsten Hotels im gesamten Douro-Tal. Der Luxus hat zwar seinen Preis, zahlt sich bei der atemberaubenden Lage aber aus. Das Zimmer ist noch nicht fertig und wir dürfen in der Zwischenzeit den Pool nutzen. Um Punkt 16 Uhr beziehen wir unser Zimmer mit Blick auf den Douro.
Wir haben noch eine besondere Wein-Tour gebucht: eine geführte private Weinbergwanderung mit anschließender Verkostung aller Premium-Weine des Weingutes Quinta de la Rosa. Die Fahrt ist kurz, nach fünf Minuten sind wir da und erkunden zu Fuß das „Vale do Inferno“, das Höllental. Seinen Namen hat es, weil es hier im Sommer bis zu 47 Grad heiß werden kann. Dann werden wir in die Wein- und Portkeller geführt. Zum Schluss verkosten wir Tim Grande Reserva White, Vale do Inferno Red, Passagem Grande Reserva Red, 20 years old Tawny Port, Vintage Port 2007 und Vintage Port 2017. Zwei Stunden später fahren wir wieder retour ins Vintage House und trinken unseren Willkommendrink in der Bar und genießen die Aussicht. Dann gehen wir duschen und machen uns fertig fürs Abendessen.
























Ein Abendessen mit Aussicht in Pinhão
Für uns ist ein Tisch im hoteleigenen „Rabelo Restaurant“ reserviert und wir haben gebeten, auf der Terrasse sitzen zu dürfen. Wir haben einen atemberaubenden Blick auf den Douro bei untergehender Sonne. Wir bestellen als Vorspeise Fisch und als Hauptgericht Fisch und Kalb, dazu trinken wir einen hervorragenden Weißwein von der Quinta do Crasto. Wir schließen den Abend mit einem Käseteller und einem Glas Tawny Port.

















