Der heutige Tag beginnt entspannt: wir frühstücken ausgedehnt und gehen danach gleich an den Pool. Erst Mittag brechen wir auf nach Santo Adrão.



Isto não é um restaurante
Gegen 13 Uhr kommen wir in Dirk Niepoorts Quinta de Nápoles an, wo wir ein besonderes Erlebnis gebucht haben: „Isto não é um restaurante“. Wir sitzen mit dem Team der Quinta gemeinsam am Mittagstisch und essen Suppe, Truthahn mit Gemüse, Schafkäse und ein Karamell-Eisdessert. Dona Maria de Luz ändert das Menü jede Woche. Die köstlichen Weine der Quinta verkosten wir gleich beim Essen.
Sommelier Pedro führt uns anschließend durch den Weinkeller, in dem bei fast allen Produktionsschritten die Schwerkraft genutzt wird. Um jedes Pumpen zu vermeiden, werden die Trauben in der oberen Ebene angeliefert und durchlaufen bis zum Verkauf alle Etagen des Gebäudes bis in den Keller. Dort befinden sich die Pressen und Lager, mit zum Teil sichtbar belassenen Felswänden, die zur Kühlung beitragen. Auf der Quinta de Nápoles gibt es gleich mehrere Verbindungen zu Österreich: Das 2008 fertig gestellte Weingut hat der Wiener Architekt Andreas Burghardt entworfen. Sein Anliegen war der sensible Umgang mit dem Gelände, deshalb grub er das Gebäude, das ausschließlich aus Beton besteht, soweit es ging in den Berg hinein und bekleidete alle sichtbaren Wände mit Schiefer. Die Quinta scheint geradezu aus dem Berg herauszuwachsen. Zweitens war Dirk Niepoort mit einer Österreicherin verheiratet und betrieb mit ihr ein gemeinsames Weingut im Carnuntum. Dorli Muhr führt das Weingut in Prellenkirchen nahe der ungarischen Grenze heute alleine und produziert den einzigen Portwein Österreichs, ein mit Reisetbauer-Weinbrand gespriteter Blaufränkisch mit dem Namen „Saudade“.



























Mosteiro de Santa Maria de Salzedas
Zweieinhalb Stunden später sind wir fertig und fahren Richtung Süden in das Gebiet Vale do Varosa. Wir steuern das ehemalige Zisterzienserkloster Santa Maria de Salzedas an. Der Bau des Klosters begann 1155, erst 100 Jahre später wurde es fertig gestellt und eingeweiht. Die mächtige Kirche überragt die Häuser in der Umgebung. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert wurde sie grundlegend umgebaut.
Es befinden sich zwei Kunstwerke in der Kirche, die dem Meister Vasco Fernandes (Grão Vasco) aus dem 16. Jahrhundert zugeschrieben werden: das Gemälde des Heiligen Pilgers und eines von São Sebastião. Darüber hinaus gibt es Gemälde aus dem 17. Jahrhundert von der Hande des Malers Bento Coelho da Silveira. Es sind zwei Kreuzgänge erhalten: ein größerer an der Südwand der Kirche und ein kleiner in westlicher Richtung. Von dem kleinen Kreuzgang ist außer einigen Bögen auf toskanischen Säulen kaum etwas übriggeblieben.
Dann fahren wir wieder zurück Richtung Douro, von dem wir etwa 30 Kilometer entfernt sind. Da wir noch Zeit haben, machen wir einen Zwischenstopp in Lamego und werfen einen Blick auf das Santuário de Nossa Senhora dos Remédios. Dazu gibt es morgen mehr Info. Dann spazieren wir noch zur Kathedrale von Lamego und gehen wegen der Deckenfresken kurz hinein. Es findet gerade eine Totenmesse statt und wir wollen nicht stören.







































Abendessen im Vale Abraão Restaurant im Hotel Six Senses Douro Valley
Nach weiten 20 Minuten Fahrt sind wir in Samodães angekommen, dort befindet sich eines der exklusivsten Hotels des Dourotales. Das Six Senses Douro Valley. In dessen Vale Abraão Restaurant essen wir heute zu Abend. Wir haben einen Tisch mit Ausblick und wir tauchen ein in die Welt der Reichen und Schönen. Im Hotel kostet ein Zimmer für eine Nacht mindestens 1.000 Euro – nicht unsere Preiskategorie. Das Essen ist zwar nicht preiswert, aber auch nicht so teuer wie die Zimmer und außerdem sehr gut! Während die Sonne untergeht, essen wir Austern, teilen ein Reisgericht mit Garnelen, als Hauptgang gibt es Fisch und Steak und zum Dessert essen wir Kreationen aus Obst und Schokolade bzw. Eis.
Die Entfernung zu unserem Hotel ist überschaubar, nach ein paar Minuten Fahrt sind wir da. Wir trinken noch ein Glas Portwein auf unserem Balkon und gehen schlafen.














