Wir frühstücken heute ausgedehnt, es steht ein gemütlicher Tag bevor. Der Himmel ist wolkenverhangen, das vorhergesagte Gewitter zieht aber an Aix-en-Provence vorbei. Als wir uns bereit für den Stadtspaziergang machen, schüttet es kurz wie aus Kübeln. Wir warten den Regen im Zimmer ab, dann starten wir zu unserem Spaziergang durch die Stadt. Es hat herrliche 25 Grad, eine Wohltat nach der Hitze der letzten Tage. Wir gehen wieder über den Place des Cardeurs zum Rathausplatz mit dem großen Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert. Dieser hat einen typisch provençalischen, schmiedeeisernen Glockenkäfig, Barbarotte genannt. Auch eine astronomische Uhr von 1661, die in jeder Jahreszeit eine andere Statue zeigt, kann man am Turm bewundern. Es herrscht reges Treiben, denn hier findet täglich ein Blumenmarkt statt.
Am Platz daneben sind die Tische und Sessel, wo gestern noch hunderte Menschen saßen, Marktständen gewichen. Es gibt Unmengen an frischem Gemüse, Obst und Kräutern, dazwischen Stände mit Brot, Käse und Gewürzen.
Weiter geht’s durch die Altstadt zum großen „Fontaine de la Rotonde“, der das markante Ende des Cours Mirabeau bildet. Wir gehen die Prachtstraße ein Stück entlang, bis wir zum Maison Béchard kommen, wo es die berühmten „Calissons d’Aix“ gibt, ein Konfekt aus Mandeln, kandierten Melonen und Orangen.
Am Hôtel de Caumont vorbei gehen wir vorbei am Lycée Mignet, in dem schon der Maler Paul Cézanne und der Schriftsteller Émile Zola die Schulbank drückten. Der nächste Stopp führt uns um Place des Quatre Dauphins mit einem Brunnen mit vier wasserspeienden Delphinen.
Wir gehen einmal um die Ecke und sind schon beim nächsten Brunnen auf dem Cours Mirabeau, dem „Fontaine de l’eau chaude“ von 1734. Er ist zur Gänze vermoost, weil er von 34 Grad warmem Thermalwasser gespeist wird.
Am Palais de Justice und dem Gefängnis vorbei kommen wir zum Place Richelme, wo im Schatten der Platanen täglich ein Gemüsemarkt stattfindet. Dann gehen wir zurück zur Rue Rifle-Rafle, vorbei beim Chocolatier Puyricard, von dem behauptet wird, er hätte die beste Schokolade Frankreichs.
Die letzte Station ist die Cathédrale Saint-Sauveur, die vom 12. bis zum 17. Jahrhundert in verschiedenen Baustilen errichtet wurde.













































Dann gehen wir zurück ins Hotel, checken aus und fahren ca. 20 Kilometer zum Weingut „Château du Seuil en Provence“, das ursprünglich nicht auf unserem Plan stand.
Den „Grand Seuil Blanc“ haben wir gestern Abend zum Essen getrunken. Wir verkosten alle sechs Weine des Châteaus und kaufen eine Schachtel Weißwein, eine Magnum Rosé und eine Magnum Rouge. Damit werden wir die Provence auch zuhause noch genießen können 🙂



Wir fahren nicht direkt zur Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, sondern über Les Mées, Mallefougasse und Forcalquier.
In Le Mées gibt es die „Les Pénitents“, die Büßer, zu betrachten, eine bizarre Felsformation, die sich weithin sichtbar oberhalb des Dorfes erhebt. Sie erstreckt sich über circa einen Kilometer und die höchste Spitze überragt das Tal um 114 Meter. Das Aussehen der Felsen erinnert an eine Gruppe von Ordensbrüdern, die Mönchskutten mit Kapuzen tragen.
Wir fahren in den verlassen wirkenden Ort und spazieren zur Kapelle, die sich auf dem ersten „Pénitent“ befindet. Hier sehen wir, dass die Felsen aus Konglomerat bestehen, einem zu Stein verfestigten Grobkies.
Oben haben wir einen Ausblick auf die Dächer des Dorfes. Wir steigen wieder hinunter und sehen in den Gassen von Les Mées mehr Katzen als Menschen.
Wir fahren über eine kleine Bergstraße über Mallefougasse-Augès, Cruis und Fontienne nach Forcalquier. Hier oben blüht der Lavendel, der im Tal bereits geerntet ist, noch in prächtigem Lila. In Forcalquier machen wir einen kurzen Zwischenstopp und gehen zur Zitadelle den Berg hinauf. Der Himmel ist schwarz, als wir oben angelangt sind, beginnt es zu tröpfeln. Schnell gehen wir wieder hinunter und fahren die letzten Kilometer bis zur „Domaine des Sources“ nach Niozelles.




































Wir checken ein und machen es uns im geräumigen, geschmackvoll eingerichteten Zimmer gemütlich. Der ursprünglich geplante Nachmittag am Pool entfällt, da es mittlerweile richtig regnet.
Um 19:00 Uhr machen wir uns fertig fürs Abendessen und fahren in den 20 Kilometer entfernten Ort Manosque, denn dort befindet sich das Restaurant „Dominique Bucaille“. Auch heute speisen wir hervorragend in dem kleinen Restaurant, das als Familienbetrieb geführt ist und lediglich sechs Tische hat. Satt und zufrieden fahren wir wieder nach Niozelles zurück, es regnet immer noch und es hat auf 20 Grad abgekühlt.










