Le Thor, Avignon, Saint-Rémy-de-Provence

Der Tag startet mit ein paar Schwimmzügen im Pool – herrlich! Das auf der Terrasse servierte Frühstück schmeckt danach gleich doppelt so gut.

Unsere erste Station heute ist das 30 Autominuten entfernte Le Thor. Am Fuße des Hügels von Thouzon gibt es eine 230 Meter lange Tropfsteinhöhle, ein versteinertes Flussbett, das vor über 60 Millionen Jahren entstanden ist. Das tropfende Wasser hat über Jahrtausende hinweg eine bizarre Landschaft aus Stalaktiten, Stalagmiten, frei gelegten Feuersteinen und Wasserbecken erschaffen. In der Höhle hat es angenehme 13 Grad, wir sind für eine dreiviertel Stunde der morgendlichen Hitze entflohen. Nach der Führung sehen wir einen Pfau, der sich vor uns aufplustert und sein wunderschönes Rad präsentiert.

Weiter geht’s nach Avignon, wo wir den Rest des Tages verbringen. Die Stadt ist für vier Dinge bekannt: Die „Pont d’Avignon“, eigentlich „Pont Saint-Bénézet“, ist eine Brückenruine, von der ein französisches Volks- und Kinderlied erzählt. Zweitens war Avignon im 14. Jahrhundert Papstsitz und trägt den Beinamen „Stadt der Päpste“. Davon zeugt der gewaltige gotische Papstpalast, der „Palais des Papes“.

Das dritte Merkmal der Stadt ist die imposante Befestigungsmauer, von der sie umgeben ist. Das vierte ist das Festival von Avignon, das weit über Frankreich hinaus bekannt ist und jedes Jahr in den letzten drei Juliwochen stattfindet. Der Theater-, Gesangs- und Tanzevent findet seit 1947 statt, die gesamte Altstadt ist mit Plakaten zugepflastert, die die Aufführungen ankündigen. Überall sind Theatergruppen unterwegs und machen Werbung für sich. Ein buntes Treiben ist das in der gesamten Stadt!

Das Festival von Avignon machte sich bereits bei der Parkplatzsuche bemerkbar. Mit Riesenglück haben wir die wohl einzige freie Lücke am 1.400 Autos fassenden Park & Ride Parkplatz gefunden. In der Altstadt angekommen, essen wir erst einmal eine Kleinigkeit zu Mittag und besichtigen dann die Pont Saint-Bénézet. Mit Audioguide bewaffnet, erfahren wir die Geschichte der Brücke und warum sie nicht mehr intakt ist. Interessant ist die Kapelle, die sich im ersten Brückenpfeiler befindet. Es ist mittlerweile unerträglich heiß geworden, wir suchen Abkühlung im Papstpalast. Dort gehen wir einen Rundgang durch die unzähligen Räume, in denen früher die Päpste ein- und ausgingen.

Danach schlendern wir durch die gesamte Altstadt, bis zur „Rue des Teinturiers“, einer alten Färbergasse, die besonders hübsch anzusehen ist. Überall sind sehr sehr viele Menschen, das Festival kommt in die Gänge, überall in den Gassen geben Musiker und Schauspieler ihr Können zum Besten – ein bisschen Pflasterspektakelfeeling mitten in Avignon.

Mittlerweile ist es Abend geworden, wir spazieren zurück zum Auto und fahren zurück nach Saint-Rémy.

In der Unterkunft angekommen, springen wir noch kurz in den Pool, wir können es regelrecht zischen hören, als unsere aufgeheizten Körper endlich Abkühlung bekommen.

Heute essen wir in einem besonders feinen Restaurant zu Abend. Fanny Rey & Jonathan Wahid bringen regelrechte Kunstwerke auf den Teller – optisch und geschmacklich. Im wunderschönen Innenhof bekommen wir ein Menü serviert, an das wir uns noch lange erinnern werden. Ganze vier Stunden essen wir und trinken herrlichen Wein dazu.