Châteauneuf-du-Pape, Séguret, Gigondas und Saint-Rémy-de-Provence

Auch heute Nacht haben wir sehr gut geschlafen. Wir stärken uns mit einem kleinen Frühstück für den Tag und checken gleich aus, bleiben aber noch in Châteauneuf-du-Pape. Wir haben nämlich für 10:00 Uhr eine Weindegustation vereinbart. Bei „Vignobles Mayard“ werden wir schon erwartet und fahren mit einer Mitarbeiterin des Weingutes und einer weiteren Familie etwas außerhalb des Dorfes zum Keller, der von vielen Hektar Weinreben umgeben ist.

Im Keller wird uns genau erklärt, wie im Hause Mayard Wein gemacht wird – alles handverlesen und zur Gänze naturbelassen, gereift in Beton- und Holzfässern. Die Rebstöcke stehen auf steinigem Boden, die Steine sehen ein bisschen aus wie große Kartoffeln. Wir erfahren, dass dies Flusssteine sind, die von der nicht weit entfernten Rhône vor vielen Jahrtausenden angeschwemmt wurden.

Zurück geht’s zum Keller direkt in Châteauneuf-du-Pape. Dort dürfen wir die edlen Tropfen verkosten und sind begeistert vom Geschmack.

Nach der Weintour fahren wir in die zwei Dörfer Séguret und Gigondas, die am Fuße der „Dentelles de Montmirail“ liegen, einer aus mehreren kleinen, parallelen und allesamt von Südwest nach Nordost ausgerichteten Bergkämmen bestehende Felsenlandschaft. Dentelles heißen sie deshalb, weil die einzelnen Gipfel scharf und spitz aneinandergereiht sind, und dentelles nichts anderes heißt als Spitzen.

Séguret gefällt uns außerordentlich gut, es wurde auch in die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs aufgenommen. Wir spazieren eine Runde durch die engen Gassen, bevor wir nach Gigondas weiterfahren. Das nur zehn Minuten entfernte Dorf ist ebenfalls wunderschön und bekannt als Weinappelation. Es ist heiß, wir haben Hunger und Durst. Im Schatten von Platanen essen wir in einem kleinen Restaurant zu Mittag und hören den Zikaden in den Bäumen zu, die außerordentlich laut zirpen, so wie in der gesamten Provence.

Nach der Mittagspause spazieren wir auch in Gigondas noch eine Runde, dann machen wir uns auf den Weg nach Saint-Rémy-de-Provence.

Nach einer Stunde Fahrt sind wir in unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte angekommen. „Mas Valentine“ liegt etwas außerhalb von Saint-Rémy und ist ein wunderschönes Steinhaus mit geräumigen Zimmern und vor allem – einem kühlen Pool. Sofort nachdem wir das Zimmer bezogen haben, gehen wir für den Rest des Nachmittags baden und in der Sonne faulenzen – so lässt sich die Hitze perfekt aushalten.

Abends fahren wir mit dem Auto nach Saint-Rémy und machen einen kurzen Stadtspaziergang. Wir werden an allen Ecken daran erinnert, dass Vincent van Gogh 1889 ein Jahr lang im Dorf gelebt hat und viele seiner Meisterwerke dort gemalt hat.

Im Restaurant Gastronomique du Vallon de Valrugues essen wir ausgezeichnet zu Abend und fahren erst gegen Mitternacht wieder zurück in unsere Unterkunft.