Der letzte Tag des Jahres: Äffchen, Mangroven und Party

Der letzte Tag des Jahres ist angebrochen und wir haben viel vor – zumindest ab dem Nachmittag. Beim sanften Morgenlicht wird zunächst einmal das Foto angefertigt, das wir den Daheimgebliebenen als Neujahrsgruß schicken werden. Claudia findet einen Krebs auf der Terrasse, den sie zurück an den Strand bringt und fotogen in Szene setzt. Dann gehen wir frühstücken und danach an den Pool. Für 14:00 Uhr haben wir ein Taxi bestellt, das uns zum Jozani Forest bringen soll.

Wir sind eine knappe Stunde unterwegs, unser Fahrer Hadsch ist ein schneller Autofahrer. Wir nehmen die küstennahe Straße und sehen mehr oder minder fertige Ferienanlagen auf der strandseitigen Straßenseite und Blechhütten auf der anderen. Auch hier sind überall Menschen unterwegs, Einkäufe tragend, radelnd, plaudernd. Kurz vor dem Ziel werden wir vor einem Kreisverkehr angehalten, der Fahrer erzählt uns, dass der Präsident von Tanzania unterwegs ist. Kurz darauf sehen wir die schwarzen Limousinen der präsidialen Flotte. Pünktlich um 15:00 Uhr kommen wir im Jozani Chwaka Bay National Park an. Es ist ein 50 km2 großer Regenwald, der eine Menge an Tieren und Pflanzen beherbergt. Zur Berühmtheit hat es der Zanzibar Red Colobus gebracht, eine Affenart, die es nur auf Sansibar gibt. Wir bezahlen den Eintritt und treffen unseren Guide. Schon bei Besucherzentrum sehen wir die ersten Äffchen, welche die Abfalleimer nach Essensresten durchsuchen. Gemeinsam mit einer spanischen Familie, zwei jungen Deutschen und zwei Araberinnen machen wir uns auf den Weg in den Wald. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und es ist sehr warm. Wir erfahren zunächst, dass es zwei Affenarten gibt. Besagten Red Colobus oder Roten Stummelaffen und den Sykes Monkey, die Weißkehlmeerkatze. Wir sehen Riesenfarne, Mahagonibäume, Hakunua Matata Spinnen, Riesenschnecken, Vögel, Schmetterlinge und Eichhörnchen. Unser Guide führt uns tiefer in den Wald, da entdecken wir die ersten Sykes. Ihr Fell schimmert blau. Sie essen Früchte der Mahagonibäume hoch über unseren Köpfen und lassen die Schalen auf unsere Köpfe fallen. Sie sind zutraulich und wagen sich nahe an uns heran. Einer springt sogar auf Claudias Rücken, als sie gerade einen anderen Affen in Bodennähe fotografiert. Dann finden wir einen großen Baum, in dem es sich ein paar rote Stummelaffen bequem gemacht haben. Wir bestaunen sie aus der Ferne und gehen zum Ausgang. Wir fahren mit unserem Fahrer zum zweiten Teil der Tour, zu den Mangrovenwäldern. Wir nehmen die beiden deutschen Burschen mit, da sie mit dem öffentlichen Bus angereist sind und keinen Fahrer haben. Über einen Holzsteg wandern wird durch einen riesigen Mangrovenwald. Die Wurzeln der Bäume sind tief im Sumpf verankert. Unser Guide erzählt uns über die wichtige Funktion der Mangroven, die den Salzhaushalt des Ozeans zu regulieren vermögen und eine ideale Brutstätte für kleine und später große Fische sind. Mangroven bewahren vor Naturereignissen wie Tsunamis oder Sturmfluten. Wir sammeln abgestorbene Blätter, zerkleinern sie und füttern damit die Krabben, die überall im Sumpf umherschwirren. Somit helfen wir, den Kreislauf der Natur anzukurbeln – wenn auch nur in einem bescheidenen Ausmaß. Anschließend dürfen wir noch einmal für fünf Minuten ganz allein in den Urwald, der Park hat soeben seine Pforten geschlossen. Wir lauschen den Geräuschen des Jungels.

Wir fahren wieder zurück zum Hotel, unser Fahrer zeigt uns bei der Heimfahrt den malerischen Pongwe Strand mit einer vorgelagerten Insel, auf der sich eine Hotelanlage befindet.

Wir kühlen uns im Pool ab und machen uns fertig für den Abend. Es gibt ein „Happy New Year“ Menü und dazu Live-Musik und -Akrobatik. Wir essen Love Prawn Salat mit Mango und Avocado, Kingfish in Kokossauce mit Kartoffelpüree (Claudia) und Rindsmedaillons mit schwarzem Reis (Christoph). Als Dessert folgen noch Kokos-Eclairs (Claudia) und Cheesecake mit Passionsfrucht (Christoph). Punkt 22:00 Uhr sind wir fertig und warten bei der Rezeption auf unser Taxi, das uns zur Silvesterparty ins Shambaland bringt. Wir sitzen mit zwei Schweizerinnen, Mutter und Tochter, im Taxi. Die Tochter ist etwas ängstlich und will während der Fahrt in finsterer Nacht wieder zurück ins Hotel. Wir überreden sie erfolgreich, mitzukommen. Shambaland ist ein Vergnügungspark, der bis auf den Bereich mit Pool und Bar nachts verwaist ist. Wir inspizieren kurz die gesamte Anlage, dann gehen wir zurück zur Poolparty. Ein DJ spielt 80s und 90s Musik, wir trinken einen Mojito und warten auf Mitternacht. Ein Feuerkorb sowie ein Schriftzug mit „24“ wird entzündet, das neue Jahr hat begonnen, zwei Stunden früher als zuhause.

Um 1:00 Uhr und drei Mojitos später fahren wir verschwitzt vom Tanzen wieder zurück ins Hotel – mit einer angeheiterten Schweizer Mutter und einer unentspannten Tochter sowie einem Pärchen aus Israel.