Für den heutigen Tag haben wir die „Blue Safari Tour“ gebucht. Wir gehen um 7:30 Uhr frühstücken und sind wie vereinbart um 8:00 Uhr bei der Rezeption. Unser Fahrer schläft noch im Auto und muss erst aufgeweckt werden. Er hat bis spät in die Nacht gearbeitet, erklärt er uns später bei der Fahrt.
Wir fahren in ca. 90 Minuten nach Fumba, eine Landzunge, die sich an der Westküste unterhalb von Stone Town befindet. Ein Großteil der Stecke ist gleich wie bei unserem Flughafentransfer, nur sehen wir alles etwas ausgeruhter und detailreicher. Wir fahren an Reisfelden, Bananenplantagen und riesigen Mangobäumen vorbei. An den Straßenseiten herrscht reges Treiben. Frauen in bunten Gewändern tragen auf dem Kopf ihre Einkäufe nach Hause, Männer treiben ihre Kühe auf die Weide, Kinder fahren Rad und überall gibt es Waren zum Verkauf. Wir fahren an einer öffentlichen Schule vorbei, an einem Krankenhaus, das eher wie ein Sultanpalast aussieht, sogar eine Universität gibt es auf Sansibar. Wir plaudern viel mit dem Fahrer, er fragt uns über unsere Herkunft, wir fragen ihn über die Kultur der Sansibaren aus und wollen wissen, wie hier das Gemeinwesen organisiert ist. Wir erfahren, dass er gerne Schnee sehen würde und es sein größter Wunsch ist, nach Kanada zu reisen. Außerdem wissen wir nun, dass der Strom vom tansanischen Festland kommt und die Kinder in die Schule gehen. Wir genießen die Fahrt, auch wenn unser junger Driver etwas übermütig beim Fahren ist. Aber wie eingangs gesagt – auf der Straße herrscht hier das Faustrecht.
In Fumba abgekommen, leihen wir uns Flossen aus, Taucherbrille und Schnorchel haben wir selbst mitgebracht. Überall sind Frauen, die uns Strandschuhe, wasserdichte Handyhüllen oder Sonnenhüte andrehen wollen. Wir treffen unseren Kapitän Ali, der unseren Fahrer noch ein paar hundert Meter mit dem Auto zum Ausgangspunkt für unsere Fahrt lotst. Als wir ankommen, müssen wir zu Fuß ein Stückchen durch Gestrüpp und vorbei an Blechhütten, überall laufen Hühner herum, es liegt viel Müll am Boden – wir zweifeln kurz, ob unser Ausflug seriös ist. Aber ja, er ist es natürlich, unser Kapitän hat dem Umweg mit uns nur gemacht, um eine Kühlbox mit eisgekühlten Getränken abzuholen, die er mit aufs Boot nimmt. Wir waten mit Touristenmassen durchs flache Meer, wo eine Menge Holzboote ankern. Wir steigen in ein kleines Transportboot ein, das uns zu unserem Boot bringt. Es ist völlig überfüllt und außer uns beiden befinden sich nur dunkelhäutige Menschen an Bord. Wir fühlen uns ein bisschen wie auf einem Flüchtlingsboot (ich weiß, der Vergleich ist unseriös, aber wir haben Bilder im Kopf). Dann sind wir auf „unserem“ Boot angekommen, das haben wir mit unserer vierköpfigen Crew ganz für uns allein. Alle anderen Boote sind voll mit Touristen, die uns neidvolle Blicke zuwerfen. Wir sind froh, dass unsere Unterkunft so viel Wert auf Privatsphäre legt und nur exklusive Touren bereitstellt. Nach einer guten halben Stunde Fahrt sind wir auf der Kwale Sandbank angekommen. Es gibt den ca. drei Meter hohen Sandhügel nur bei Ebbe. Es sind schon viele vor uns angekommen, überall leuchten bunte Sonnensegel, pro Boot eines. Wir spazieren einmal rund um die Sandbank, die auf drei Seiten von einem Riff umgeben ist. Wir finden Korallen, Muscheln und ziemlich große Krabben. Dann kaufen wir und ein kühles Bier um zehn Dollar (die geschäftstüchtigen Sansibaren…) und setzen uns damit ins türkise Wasser. Dann gehen wir zu unserem Baldachin, der in der Zwischenzeit von unserem Kapitän bewacht wurde. Wir bekommen köstliches Obst, das er vor unseren Augen mit einem scharfen Messer aufschneidet. Wir essen würzige Grapefruit, Kokosfleisch, süße Ananas, säuerlich-rauchige Maracujas, fleischige rote Bananen und vollreif-mehlige Mangos. Die Obst-Abfälle bekommen am Abend die Kühe seines Bruders. Dann steigen wir ins Boot und fahren ein Stücken weiter, wo das Riff ins Meer abfällt. Wir schnorcheln und sehen bunte Fische, riesige Muscheln sowie Korallen in allen möglichen Formen und Farben. Es gibt auch Quallen, mit denen wir tunlichst die Begegnung vermeiden. Wir haben genug und klettern ins Boot. Weiter geht es zur Insel Kwale, wo ein kleiner Wald und eine Menge Souvenirshops auf uns warten. Unser Kapitän lotst uns zwischen den Ständen durch zu einem kühlen Hinterhof, wo bereits ein gedeckter Tisch auf uns wartet. Wir lassen unsere Sachen dort und machen einen kurzen Spaziergang am Strand. Wir sehen aus der Ferne einen riesigen Baobab, bei uns bekannt als Affenbrotbaum. Dann ist das Essen fertig – wir bekommen eine Platte mit Hummer, Oktopus, Calamari, Thunfisch, Garnelen und einem Berg Ofenkartoffeln. Die Meeresfrüchte sind frisch und köstlich. Wir essen, soviel wir können, aber der Essensberg bezwingt uns. Wir gaben den Rest zurück mit der Bitte, nichts wegzuwerfen. Daraufhin bekommt die Bootscrew etwas davon ab und der Kapitän packt eine Portion für unseren Taxifahrer ein. Selbst isst er nichts, er meint, seine Mama würde kochen und böse sein, wenn er keinen Hunger nach Hause brächte. Dann führt uns unser Kapitän zum rund 500 Jahre alten Baobab, neben dem wir uns richtig klein fühlen. Er erzählt uns, dass aus der Rinde von Affenbrotbäumen ein Mittel gegen Fieber hergestellt wird und die Flüssigkeit aus dem Inneren gegen Darmerkrankungen hilft. Dann geht’s retour zum Boot, wir fahren zurück nach Fumba. Wir haben einen leichten Wellengang und schaukeln Sansibar entgegen.
Um 16:00 Uhr sind wir retour, der Taxifahrer wartet bereits auf uns. Wir fahren zurück, das Szenario an den Straßenrändern ist unverändert. Wir machen einen Zwischenstopp in Fumba Town, wo sich zahlungskräftige Einheimische und Touristen eine Oase mit Apartments und Reihenhäusern geschaffen haben. Die Anlage ist gepflegt, mit Schranken gesichert und hat ein Café, zwei Restaurants, viele Grünflächen und ein Shopping-Center. Zügig fahren wir zurück zum Hotel, wie am ersten Tag hält uns die Polizei auf. Unser Fahrer ist ein Hitzkopf und legt sich mit dem Polzisten an, was uns eine Wartezeit von einer Viertelstunde beschert. In dieser Zeit hat er die Strafe auf zwei Doller heruntergehandelt. Wir dürfen weiter und freuen uns, um 17:45 Uhr wieder zurück in der Z-Lodge zu sein. Wir kühlen uns im Pool ab, duschen und essen mit Maki und Hummus noch eine Kleinigkeit zu Abend – dazu gibt’s einen fantastisch schmeckenden Mojito. Der Tag war anstrengend und wir gehen früh schlafen.





















































































