Das heutige Frühstück ist klassisch: Toastbrot, Butter, Schinken, Käse, Marmelade, Cornflakes und natürlich viel Filterkaffee. Danach machen wir uns auf Richtung Islands Süden. Heute stehen Wasserfälle und Meer auf dem Programm. 170 Kilometer werden uns an den Wasserfällen Seljalandsfoss, Gljúfrabúi und Skógafoss vorbeiführen, bis zum Kap Dyrhólaey bis nach Vík í Mýrdal, dem südlichsten Ort Islands. Wir fahren dem Sonnenaufgang entgegen und sehen Vulkankrater, weihnachtlich geschmückte Bauernhöfe und schließlich den ersten Gletscher Eyjafjallajökull.



Seljalandsfoss und Gljúfrabúi
Nach einer Stunde Fahrt sind wir an unserem ersten Ziel angelangt, dem Wasserfall Seljalandsfoss. Er entspringt unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull. Der Vulkan unter dieser Eiskappe war derjenige, der 2010 ausbrach und den Flugverkehr in ganz Europa lahmlegte. Die Kaskade des Wasserfalls ist relativ schmal, stürzt aber von einer 60 Meter hohen Klippe, die einst die Küstenlinie des Landes markierte. Das auffälligste Merkmal des Seljalandsfoss ist ein Weg, der sich um ihn herum erstreckt. In den Klippen hinter dem Wasserschleier befindet sich eine große Höhle, die im Sommer eine vollständige Umrundung erlaubt. Wir haben Glück und sind ein paar Minuten vor den Besuchermassen da, die busweise angefahren kommen.
Einen halben Kilometer vom Seljalandsfoss entfernt befindet sich der Gljúfrabúi. Der 40 Meter hohe Wasserfall ist von der Straße aus nur schwer zu sehen, er verschwindet er in einer kurzen Schlucht, die begehbar ist. Christoph versucht es zunächst, durch den Bach in die Höhle zu waten, aber das Unterfangen ist für den Sommer vorbehalten. Geht man hinein, kommt man wie geduscht wieder heraus – bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht empfehlenswert. Eine Gruppe Asiaten macht es trotzdem und kommt klitschnass wieder aus der Höhle.











Skógafoss
Wir fahren eine halbe Stunde weiter zum nächsten Wasserfall. Der Skógafoss ist einer der größten und schönsten Wasserfälle in Island mit einer erstaunlichen Breite von 25 Metern und einem Gefälle von 60 Metern. Aufgrund der Menge an Gischt, die der Wasserfall produziert, ist jedes Mal, wenn die Sonne hinter den Wolken hervortritt, mindestens ein Regenbogen vorhanden. Serienjunkies kennen den Wasserfall aus „Vikings“. Die epische Szene, als Floki zum ersten Mal Island betritt, ist bestimmt allen, die es gesehen haben, in Erinnerung. Es sind viele Leute da, wir steigen die Treppe hinauf, um den Wasserfall von oben zu betrachten. Nach dem anstrengenden Aufstieg werden wir belohnt: Die Sonne kommt kurz hinter den Wolken hervor und bringt das Wasser zum Leuchten. Wieder unten angekommen, erhaschen wir sogar einen Regenbogen, als die Sonne ein weiteres Mal kurz hervorkommt.



















Kap Dyrhólaey
Eine halbe Stunde Autofahrt weiter sind wir am Kap Dyrhólaey [‚tɪːrˌhouˑlaˌeiˑ]. Übersetzt bedeutet der Name „Türlochinsel“. Das Kap ist eine 115 Meter hoch aufragende Halbinsel ganz im Süden Islands. Nach Osten hin sieht man die Reynisdrangar, die schwarzen Felsnadeln vor Vík, nach Westen haben wir einen weiten Blick entlang der Südküste. Die Reynisdrangar sind ein beliebtes Fotomotiv und in sämtlichen Island-Reiseführern zu finden. Es ist extrem windig, vom Osten zieht ein Schneesturm auf, der zwar gleich wieder vorbei ist, der Wind bleibt und macht unseren Spaziergang ungemütlich. Dennoch sind die Ausblicke auf die beiden Lavastrände im Osten und Westen sowie den Vulkangletscher Hekla im Norden beeindruckend.





















Vík í Mýrdal
Vík í Mýrdal ist nur sechs Kilometer vom Kap Dyrhólaey entfernt und der südlichste Ort auf isländischem Festland. Nach einem kurzen Fotostopp bei der Kirche von Vík, bei der wir einen Ausblick auf die Reynisdrangar von der anderen Seite haben, checken wir im tollen Hótel Kriá ein und essen nach einem Drink an der Bar Suppe und Lammfleisch zu Abend (Christoph auch noch Schokokuchen).








