Eines der besten Restaurants der Welt und Ankunft in Donostia-San Sebastián
Frühstück im Hotel, Check-Out und Fahrt nach Errenteria via Parque Natural de Izki
Wir sind immer noch satt vom gestrigen Abendessen und essen nur ein kleines Frühstück im sehr schönen Früshtücksraum. Außerdem müssen wir Platz in unseren Mägen lassen für das, was uns heute erwartet. Danach checken wir aus und machen uns auf den Weg nach San Sebastián. Rund 150 Kilometer trennen uns von der Küstenstadt nahe der französischen Grenze.



Wir haben nicht die schnellste Route gewählt, sondern eine besonders schöne direkt durch die Sierra Cantabria. Es ergeben sich wunderschöne Ausblicke auf die Rioja-Ebene. Als wir den Pass auf rund 1.000 Meter Seehöhe überqueren, ändert sich das Wetter schlagartig. Es ist bewölkt und hat nur noch 22 Grad. Eine wunderbare Abkühlung nach den heißen Rioja-Tagen. Im Parque Natural de Izki bleiben wir kurz stehen und haben einen schönen Blick auf die Schlucht, die der Fluss Izki in das Gestein geschnitten hat.












Ein ganz besonderes Mittagessen im Mugaritz**
Zehn Kilometer bevor wir in San Sebastián sind, fahren wir von der Autobahn ab ins hügelige Hinterland. Dort erwartet uns ein ganz besonderes Mittagessen: Wir haben einen Tisch im Mugaritz reserviert, einem Lokal mit zwei Michelin-Sternen, das auf der Weltrangliste auf Platz 21 zu finden ist. Chef Andoni Luis Aduriz kocht seit über 25 Jahren und macht jedes Jahr von Jänner bis April „Sabbatical“ mit seinem Team und befreundeten Künstlern, um ein neues Menü zu kreieren. Uns wird gleich zu Beginn erklärt, dass dieses Menü die Gesetze der gehobenen Küche brechen wird und wir unerwartete Dinge essen werden. Auch das „Werkzeug“ fehlt, es gibt für die ersten Gänge keinerlei Besteck, sondern wir müssen mit den Händen essen und Teile der Gerichte, wie etwa einen Rosmarinzweig, zu Hilfe nehmen. Jeder hat auf dem Tisch ein feuchtes Handtuch vor sich. Das an sich ist schon ein Erlebnis. Außerdem bekommen wir ein kleines Heftchen mit einem Bleistift, in das wir hineinschreiben können. Auch sind darin philosophische Betrachtungen zu Gastronomie-Begriffen notiert. Wir bekommen gleich einmal einen „aromatischen Pinselstrich“, eine reduzierte Safransauce, die mit Blüten dekoriert ist und mit besagtem Rosmarinzweig gegessen werden muss. Die kulinarische Reise führt uns in 25 Gängen nach Japan, Mallorca und ins Baskenland. Es gibt nichts Bekanntes, viele Aromen sind für uns zur Gänze neu. Besonders erwähnenswert: Das Porzellangesicht, aus dessen Augen man Kaviar mit Pinienkernen mit einer getrockneten Apfelschale löffelt, das „Sake-Taschentuch“, eine Pilz-Schicht, die bei der Kōji-Produktion im Rahmen der Sake-Herstellung entsteht, der „Tierkuchen“, bei dem wir raten müssen, welches Tier sich darin versteckt. Es sind Schweinegrammeln mit Kakao und Kaffe zu einem Kuchen gebacken. Zum Schluss bekommen wir noch den „Trick“, einen abgesägten Finger, der sich als Karottengelee herausstellt – in der Mitte das feste Karottenmark, damit der Finger auch noch Biss hat.
































Ein Erlebnis, das man wohl nur einmal im Leben macht – auch, weil es nicht ganz günstig ist. Nachdem dieser Urlaub eigentlich unsere Hochzeitsreise im Mai 2020 gewesen wäre, stand dieser Restaurantbesuch auf dem Programm. Auch wenn es jetzt nicht mehr die Hochzeitsreise war, waren wir aber doch zu neugierig, um es nicht zu machen. Und es hat sich wirklich ausgezahlt! Satt, aber ohne Völlegefühl, und sehr zufrieden fahren wir die letzten Kilometer nach San Sebastian. Unser Hotel Zenit Convento San Martin liegt in der Nähe des Strandes La Concha. Wir bringen unser Gepäck ins Hotel, checken ein und fahren dann durch den dichten Freitagnachmittagverkehr zur Autorückgabestation beim Kursaal unsmittelbar neben dem Zurriola-Strand.
Donostia-San Sebastián
San Sebastián, auf Baskisch Donostia genannt, ist die Hauptstadt der Provinz Gipuzkoa in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Sie liegt im äußersten Norden Spaniens an der Bucht La Concha (deutsch: Die Muschel), deren Name von ihrer auffälligen Form herrührt. Die Landesgrenze mit Frankreich liegt nur 20 Kilometer von San Sebastián entfernt. Die Mündung der Bucht wird durch die Felsmassive des Monte Igueldo und des Monte Urgull begrenzt, in der Ausfahrt selbst liegt die kleine Felseninsel Santa Clara. Der weitläufige Bogen der Bucht mit der Strandpromenade und der zwischen La Concha und der Mündung des Flusses Urumea gelegene Parte Vieja-Alde Zaharra (deutsch: Altstadt) sind bekannte Touristenattraktionen. Laut einigen Geschichtsforschern wurde die Gegend der heutigen Stadt ursprünglich Izurum genannt. Die erste Erwähnung des Namens San Sebastián (spanisch für Heiliger Sebastian) findet sich im Zusammenhang mit der Beschreibung eines ortsansässigen Klosters in einer Urkunde aus dem frühen 11. Jahrhundert. Ab dem Ende des 12. Jahrhunderts wurde San Sebastián auf Betreiben der Könige von Navarra zum zentralen Hafen dieser Provinz ausgebaut, verlor diese Position jedoch Mitte des 14. Jahrhunderts an die Stadt Bilbao. Auch einen Österreich-Bezug gibt es: Maria Christina von Österreich, Witwe von König Alfons XII. und Königin von Spanien bis zur Volljährigkeit ihres Sohnes Alfons XIII., machte San Sebastián ab 1886 zu ihrer ständigen Sommerresidenz und verhalf der Stadt damit zu einem starken gesellschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1914 entwickelte sich San Sebastián mit Einsetzen des Ersten Weltkriegs zu einem kosmopolitischen Zentrum Europas. Im damals weltberühmten Casino der Stadt verkehrten Persönlichkeiten wie Mata Hari, Leo Trotzki und Maurice Ravel. San Sebastian lag im Zentrum des Konflikts um die Unabhängigkeit der Basken, der blutig (z. B. durch Bombenanschläge der baskischen Organisation ETA und polizeiliche Gegenmaßnahmen) ausgetragen wurde. Das Bestreben um die Unabhängigkeit blieb aber ohne Erfolg, der offene Konflikt ist seit 2011 beendet. Vor drei Jahren wurde die Stadt mit dem Europapreis für ihre herausragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Den Stadtvätern und Stadtmüttern ist es gelungen, durch strenge Bauvorschriften den architektonischen Charakter der Stadt zu erhalten. Insbesondere der Blick auf die Concha-Bucht ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert. Heutzutage ist der Tourismus eine Haupteinnahmequelle der Stadt, Hotelburgen und ähnliche Merkmale des Massentourismus gibt es jedoch nicht. San Sebastián ist Teil des Jakobswegs an der Küste, dem Camino de la Costa und hier eine bedeutende Station für Pilger. San Sebastián ist die Hochburg der baskischen Küche. Viele der angesehensten Köche des Baskenlandes besitzen Restaurants in der Stadt oder im Umkreis. Nicht nur die bekannten Restaurants der Stadt sind bemerkenswert, die Küche hat allgemein ein sehr hohes Niveau. Donostia ist für seine sehr hohe Dichte an Michelin-Sternen bekannt. Einen ausgesprochen guten Ruf haben die Pintxos de Donostia, die in sehr vielen Gaststätten, insbesondere in den Kneipen der Altstadt, zu finden sind.
Wir gehen zwischen Zurriolastrand und Kursaal über die Brücke in die Alstradt, schlendern durch die Gassen bis zur Basilika Maria des Chores, dann weiter, vorbei am Rathaus, bis zur Promenade des Strandes la Concha. Dicht gedrängt liegen die Menschen am Strand, es ist Flut und die Sandfläche ist erheblich geschrumpft. Am Gizpukoa Plaza trinken wir ein Cerveza im Bideluze, dann schlendern wir wieder zurück ins Hotel.





























Abendlicher Snack im Xarma – Cook and Culture
Nach einer erfrischenden Dusche spazieren wir wieder zurück zum Kursaal – wir haben einen Tisch im Xarma – Cook and Culture gebucht. Am Himmel türmen sich große Wolken, es herrscht eine beeindruckende Stimmung. Nachdem wir heute schon das beste Menü unseres Lebens gegessaen haben, trinken wir eine Flasche Rotwein und essen Kleinigkeiten – Gilda-Maki, Roten Pimiento mit Paprikaschaum und einen Tintenfisch-Raviolo. Im Restaurant riecht es köstlich nach Holzkohlegrill, auf dem dicke Xuletons zubereitet werden. Um 23:00 Uhr schlendern wir an der Strandpromenade zurück und fallen ins gemütliche Bett. Trotz lnager Autofahrt und ausgiebigem Mittagessen sind es auch heute wieder 13.307 Schritte geworden.









