Weingüter im Rioja
Frühstück
Der heutige Tag startet um 8:00 Uhr mit einem großartigen Frühstück im Hotel. Es gibt Serranoschinken, Manchego, Lachs, Avocado, Feigen, Melone und ein perfekt gebratenes Spiegelei mit Speck. Der Frühstücksraum hat ein schönes Ambiente, wir sitzen vor einem Bogen mit Glasfenster mit Blick auf den Ebro. Gestärkt starten wir in unsere heutige Weinkeller-Tour. Draußen ist es noch frisch, es hat 15 Grad.




Marqués de Riscal
Nach 25 Minuten Fahrt mit herrlichem Ausblick auf die Ebene des Rioja sind wir in Elcigio angelangt – wir besuchen das Weingut Marqués de Riscal. Es wurde zum weltweit zweitbesten Weingut ernannt und in Europa führt es die Liste als erster an. Wir haben eine Tour gebucht, in der wir durch das Weingut geführt werden. Wir sehen die großen Eichenfässer, in denen der Wein fermentiert, die Barriquekeller, die Anlage zur Verkorkung und Etikettierung und das Flaschenlager (mit Fledermaus). Beeindruckende 46.000 Barriquefässer lagern in den Kellern. Wir lernen über den Prozess der Mazeration, des biologischen Säurabbaus und über die Kellertechnik allgemein. Die Theorie ist uns bekannt, die Dimensionen sind jedoch neu für uns. Wir dürfen auch einen Blick in das private Weinlager werfen, in dem Flaschen aller Jahrgänge seit 1862 gesammelt sind.
Das Beeindruckendste am Weingut ist aber nicht der Wein selbst, sondern die Architektur des zugehörigen Hotels mit Sternerestaurant. Das Gebäude wurde vom Architekten Frank O. Gehry entworfen, der uns vor ein paar Tagen bereits als Meister des Guggenheim-Museums in Bilbao begegnet ist. Auch das Hotel ist mit Titan und Edelstahl verkleidet. Dabei integrierte der Architekt allerdings die Farben des Weingutes: Rosa, wie roter Wein, Gold, wie das Netz um die Flaschen von Marqués de Riscal Reserva und Silber wie die Flaschenkapseln. Das Hotel wurde im Oktober 2006 mit einem Besuch des spanischen Königs Juan Carlos I. feierlich eröffnet.























Bodegas Ysios
Nach der Tour fahren wir Richtung Laguardia zum Weingut Ysios, das ebenfalls weltweit wegen seiner Architektur bekannt ist. Das Kellereigebäude wurde vom valencianischen Architekten Santiago Calatrava entworfen und durch Ferrovial ausgeführt. Auftraggeber war Pernod Ricard. Das Gebäude ist so konzipiert, dass es sich in die hügelige Landschaft der Sierra de Cantabria integriert. Der Bau der Kellerei wurde 1998 begonnen und 2001 eingeweiht. Das Gebäude ruht auf zwei Stahlbetontragwänden, die sich in einem Abstand von 26 Metern auf einer Gesamtlänge von 196 Metern voneinander erstrecken. Diese Wände sind durch vertikale Leisten aus mit Kupfersalzen behandeltem Holz verbunden, die Sinus und Kosinus förmig an eine Reihe von liegenden Fässern erinnern. Das Dach ist aus Holzbalken gefertigt, die auf den Seitenwänden ruhen. Diese nehmen die wellenförmige Oberfläche als Motiv auf. Das hierfür verwendete Material ist mit einer Aluminium-Außenverkleidung versehen, die mit dem Holz der Wände kontrastiert. Der Bau beeindruckt uns sehr – wir spazieren bis zum Eingang und wieder zurück, um alle Perspektiven sehen zu können.








Laguardia
Nur fünf Minuten entfernt liegt das kleine Dorf Laguardia. Der auf einem Hügel errichtete mittelalterliche Ortskern mit seinen schmalen Gassen ist umgeben von einer Stadtmauer, die um 1200 errichtet wurde. Teilabschnitte der Stadtmauer mit fünf kleinen Stadttoren sind heute noch erhalten. Die heutige Pfarrkirche Santa María de los Reyes wurde im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert begonnen und im 15. Jahrhundert fertiggestellt. Im Ort gibt es zahlreiche Weinkellereien (bodegas). Wir schlendern durch die Gassen, in denen es angenehm schattig ist bis zur Kirche und wieder zurück.












Mittagessen im Restaurant La Puntida
Für das heutige Mittagessen haben wir ein Weingut mit Restaurant ausgesucht, das uns mit seinem Wein Señorío de San Vicente bekannt ist. Im Restaurant La Puntida sind wir die einzigen Gäste und werden hervorragend betreut. Wir essen Bohnen mit Muscheln und gegrillten Seebarsch. Einen kleinen süßen Gruß auf dem Logo des Weingutes bekommen wir als Zugabe. Bis zu unserem nächsten Programmpunkt haben wir noch mehr als eine Stunde Zeit. Wir suchen uns einen schattigen Platz und rasten im Auto. Dann fahren wir zum Weingut Solar de Samaniego, das unmittelbar am Fuße von Laguardia liegt.





















Solar de Samaniego
Wir haben für 18:00 Uhr eine Führung durch das Weingut gebucht. Ausschlaggebend war hier nicht der Wein und auch nicht die Architektur, sondern die sieben mit Murals bemalten Betontanks. Das Weingut feierte kürlich seinen 50. Geburtstag, wurde also in den 1970-er Jahren erbaut. Wir werden von Marta begrüßt, die allerdings kein Wort Englisch kann und so eine Führung in spanischer Spache mit uns macht. Gut, dass Claudia seit zwei Jahren mit Handy-App Spanisch gelernt hat! Die Verständigung klappt, wir erfahren wieder Wissenswertes über die Weinherstellung, spazieren durch den Weinkeller, das Flaschenlager und die Repräsentationsräume. Alles ist sehr groß angelegt. Dann kommen wir in die Halle für die Weinaufbereitung. Die alten Betontanks wurden teilweise aufgeschnitten und Stahltanks hineingestellt. Marta nennt diesen Teil „Alcatraz“, ganz unrecht hat sie damit nicht. Und dann endlich kommen wir zu den sieben Betontanks, die im Jahr 2006 von einem australischen Graffitikünstler bemalt wurden. Die sechs dargestellten Personen sind fest als Mitarbeiter mit dem Weingut verbunden, auch Marta ist abgebildet. Auf dem siebten Tank findet man eine überdimensionale Hand. Es ist beeindruckend, was der Künstler in nur fünf Wochen Arbeit geschaffen hat. Wir sehen noch einen kurzen Film über die Entstehung der Murals, dann dürfen wir noch drei Weine probieren. Nach fast eineinhalb Stunden verabschieden wir uns von Marta und bekommen noch eine Flasche Wein geschenkt. Dann fahren wir zurück zum Hotel.











Abendessen im Hotel
Heute essen wir im „Tondón“, unserem Hotelrestraurant, zu Abend. Wir sitzen auf der Terrasse und essen Thunfisch und Lammschulter (Christoph) sowie Burrata und Hühnchen (Claudia). Da wir heute kein auwändiges Menü essen, kommen wir ausnahmsweise einmal vor Mitternacht ins Zimmer und haben Zeit zum Ausschlafen. Heutige Schritte: 10.421






