Hamburg: Kleiner Morgenspaziergang, Landungsbrücken, Bootsfahrt, St. Pauli und Michel

Hamburg: Kleiner Morgenspaziergang, Landungsbrücken, Bootsfahrt, St. Pauli und Michel

Ein ungeplanter Morgenspaziergang und Stärkung für den Tag

Heute sind wir schon vor 8:00 Uhr auf den Beinen, denn wir müssen unser Auto umstellen. wir räumen den E-Parkplatz und fahren in die 500 Meter entfernten Garage – dort bleibt das Auto bis zu unserer Abfahrt am Montag. Draußen scheint die Sonne und wir beschließen kurzerhand, einen Abstecher zur Deichstraße zu machen. Das hätten wir erst später vorgehabt. aber wir nutzen die Zeit, denn für Nachmittag ist Regen angesagt. Aber es kommt noch einmal anders – auf dem Weg zur Deichstraße sehen wir die Spitze der Elbphilharmonie von der Ferne und beschließen, zuerst dort hinzugehen. Nach ca. 15 Minuten und unzählige Brücken später stehen wir vor dem beeindruckenden Gebäude in der HafenCity. Das Konzerthaus ist seit 2016 das neue Wahrzeichen Hamburgs. Es wurde unter Einbeziehung der Hülle des früheren Kaispeichers A errichtet. Auf diesen Sockel wurde ein moderner Aufbau mit einer Glasfassade gesetzt, die an Segel, Wasserwellen, Eisberge oder einen Quarzkristall erinnern soll.
Weiter geht’s zur Deichstraße, die sich entlang des Nikolaifleets befindet. Dort bilden Häuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert das letzte Ensemble alt-hamburgischer Bauweise. Vor dem Großen Brand 1842 prägten solche Häuser weite Teile der Hamburger Innenstadt.
Genau zur vereinbarten Frühstückszeit kommen wir zurück ins Hotel – wir verbringen fast eine Stunde in den schönen Räumlichkeiten mit Kaffee, Wurst, Käse, Ei, Gemüse und Obst.

Chilehaus, Sprinkenhof und Fahrrad

Dann gehen wir zu Fuß durch das Nikolaiviertel zum Fahrradverleih „Zweiradperle“. Auf dem Weg liegen das Chilehaus und der Sprinkenhof, beide befinden sich im Kontorhausviertel.
Das von 1922 bis 1924 von Fritz Höger errichtete Chilehaus, das in keinem Standardwerk über die Architektur des 20. Jahrhunderts fehlt, gilt als eine Ikone des Expressionismus in der Architektur. Genau spricht man vom Backsteinexpressionismus der 1920er Jahre, der von Backsteingotik und Expressionismus inspiriert war. Im Jahr 2015 wurde das Kontorhausviertel zusammen mit der Hamburger Speicherstadt und dem Chilehaus zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Nicht minder begeistert sind wir vom Sprinkenhof, der sich gleich nebenan befindet. Gleich um die Ecke befindet sich die Zweiradperle – dort haben wir Fahrräder für heute und morgen reserviert.
Wir bekommen zwei Dreigang-Citybikes und düsen gleich zu den Landungsbrücken. Das Fahrradnetz ist gut ausgebaut, wir fahren ausschließlich auf Radwegen und sind schon nach ca. zehn Minuten bei den Landungsbrücken angelangt. Dort schließen wir die Räder ab und gehen gleich zur Landungsbrücke 1. Dort startet unsere einstündige Hafenrundfahrt, für die wir schon zu Hause Tickets besorgt haben.

Landungsbrücken mit Bootsfahrt

Wir haben zweifach Glück, wir kommen ein paar Minuten vor der nächsten Abfahrt an und ergattern noch dazu den besten Sitzplatz hinten an der Reling. Der Kapitän begrüßt uns launig und fährt uns in einer Dreiviertelstunde durch die Speicherstadt, rund um die HafenCity, in den Hansehafen und retour zu den Landungsbrücken, natürlich vorbei an der Elbphilharmonie. Wir genießen die Fahrt und können mit unserem Achtern-Sitzplatz am Rand ungehindert fotografieren.
Zurück am Hafen spazieren wir die zehn Landungsbrücken entlang bis zum alten Elbtunnel. Natürlich nicht, ohne dem Rockshop des Hamburger HardRock-Cafes einen Besuch abzustatten. Dann gehen wir die Treppen hinunter zum Eingang des Alten Elbtunnels. Er wurde 1911 eröffnet und verbindet die Landungsbrücken mit dem Hafengebiet in Steinwerder. Nachdem man nicht nur zu Fuß durch die 426,5 Meter lange Röhre gehen kann, sondern auch mit dem Fahrrad durchfahren, beschließen wir, dies später zu tun und uns den Fußweg zu ersparen. Wir fahren mit einem der riesigen Lastenaufzüge nach oben und gehen zurück zu unseren Fahrrädern. Alle Infos zum Alten Elbtunnel gibt’s hier.

St. Pauli

Eines kommt jedem sofort in den Sinn, wenn er Hamburg hört: Die Reeperbahn. Sie liegt im Herzen von Hamburg Amüsierviertel St. Pauli. Wir stellen unsere Räder beim Polizeikommissariat Davidwache, bekannt durch Film und Fernsehen, ab. Dann gehen wir über den etwas verschmuddelten Hans-Albers-Platz zu „Kleine Haie, große Fische“ und genehmigen uns Fischbrötchen, dazu ein kühles blondes Astra. Dann spazieren wir zum Beatles-Platz, der den Beginn der „Großen Freiheit“ markiert: einer Nebenstraße der Reeperbahn mit unzähligen Striptease-Lokalen. Wir gehen zurück, um unsere Räder zu holen und machen einen Abstecher zum Spielbuden-Festival mit Straßenkünstlern, Bands und jeder Menge Imbissbuden.
Es ist 14 Uhr, fast auf die Minute genau setzt der prognostizierte Regen ein. Wir packen unsere Regenjacken aus, machen die Rucksäcke wetterfest und fahren zurück zu den Landungsbrücken.

Durch den Alten Elbtunnel nach Steinwerder

Dieses Mal sind unsere Räder mit dabei, als wir die 24 Meter mit dem Lastenlift nach unten zum Alten Elbtunnel fahren. Wir fahren auf der Fahrradspur durch und kommen nach kurzer Zeit auf der anderen Seite – in Steinwerder – an. Es regnet immer noch, deshalb ist der Ausblick auf Hamburg etwas getrübt. Unsere Stimmung ist es aber nicht und wir bleiben, bis der Regen wieder nachlässt. Dann radeln wir unter der Elbe zurück zu den Landungsbrücken. Unser nächstes Ziel ist der Michel.

Michel

Schon nach ein paar Fahrradminuten durch das Portugiesenviertel sind wir beim eigentlichen Wahrzeichen der Hansestadt, der Hauptkirche St. Michaelis, angelangt. Besonders beeindruckend sind das Kirchenschiff samt der fünf Orgeln, der Gewölbekeller und die fabelhafte Aussicht vom Kirchturm. In seiner knapp 400-jährigen Geschichte musste der „Michel“ zweimal komplett wiederaufgebaut werden. Er gilt als bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands. Benannt wurde er nach dem Erzengel Michael und hat eine stattliche Höhe von 132,14 Metern. Wir fahren mit den Highspeed-Lift auf den Turm und haben einen 360 Grad-Blick auf Hamburg. Danach besichtigen wir die evangelische Kirche und steigen zum Schluss hinab in die Krypta. Dann düsen wir zurück ins Hotel, versperren die Räder im Fahrradraum und machen ein Spätnachmittagsschläfchen.

Abendessen mit Ausblick und die Reeperbahn bei Nacht

Am Abend geht’s mit der U-Bahn wieder Richtung Reeperbahn. Wir haben im Rooftop-Restaurant „Clouds – Heaven’s Bar & Kitchen“ in den Tanzenden Türmen mit der Adresse Reeperbahn 1 reserviert. Wir bekommen einen Tisch am Fenster mit Ausblick auf den Hafen. Dort trinken wir Cocktails und schlemmen Steaks mit Trüffel-Pommes. Gegen Mitternacht drehen wir eine Runde auf der Reeperbahn. Es drängen sich Menschenmassen im Regen an den Bars vorbei, wir lassen uns von der Menge treiben und kehren nach einem Blick auf die Große Freiheit bei Nacht wieder um. Wir fahren mit der U-Bahn zurück ins Hotel und sind nach 25.558 Schritten auch ziemlich erledigt.

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