Bilbao zu Fuß mit Besuch im Guggenheim-Museum

Bilbao zu Fuß mit Besuch im Guggenheim-Museum

Frühstück im Mercado de La Ribera

Ganz „spanisch“ stehen wir spät auf und machen uns erst um 10 Uhr auf den Weg zu unserer heutigen Stadterkundung. Das Früstück im Hotel haben wir abbestellt, wir wollen ein Pinxto-Frühstück am Mercado de La Ribera, dem berühmten Markt, essen. Der Weg ist der gleiche wie der zum Restaurant gestern Abend, wir machen aber einen Abstecher in die Altstadt zur Plaza Nueva, einem quadratischen klassizistischen Platz mit Säulengängen, Bars und Restaurants. Auch auf den Jakobsweg treffen wir, der sich an der Nordküste Spaniens nach Santiago de Compostela schlängelt.

Dann sind wir beim Mercado de La Ribera angekommen. Er wurde 1990 als umfassendster Stadtmarkt der Welt ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen.Am rechten Ufer des Nervión gelegen, macht ihn seine zentrale Lage zum Aussichtspunkt auf eine jahrhundertealte Geschichte. Traditionelle Stände mit einem breit gefächerten Angebot an Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse, die zumeist von nahegelegenen Gehöften gebracht werden, wetteifern mit den zehn Gastrobars an einem Ort. Der Markt in seiner heutigen Form wurde 1929 im rationalistischen und Art-déco-Stil vom Architekten und Gaudí-Schüler Pedro Ispizua designt. In erster Linie funktionell ausgerichtet, ähnelt es im Innern einer Fabrik, mit großen, offenen säulenlosen Flächen und zahlreichen Art-déco-Glasfenstern, die für Licht sorgen. Es beherbergt auf seinen über 10.000 Quadratmetern fast 180 Geschäfte, die je nach Produkten, die sie anbieten, über die Etagen des Komplexes verteilt sind. Seit 2015 gibt es auch einen Gastrobar-Bereich mit zahlreichen kulinarischen Optionen für die Kunden. Genau diesen suchen wir auf und essen Pinxtos mit Serranoschinken und Ziegenkäse, Fischkrokette und Garnelen. Dazu einen starken Espresso und der tag beginnt so richtig. Wir schlendern durch die Markthallen und bestaunen die vielen Stände mit frischem Fisch, Fleisch, Wurst, Obst und Gemüse. Danach gibt’s nochmals Pinxtos, dieses Mal gleich mit einem Cerveza.

Stadterkundung Bilbao mit Besuch im Guggenheim-Museum

Unser nächter Stopp ist das Guggenheim Museum, das das Wahrzeichen und Besuchermagnet Bilbaos ist. Auf dem Weg dorthin statten wir dem Bahnhof mit seinem wunderschönen großen Glasfenster einen Besuch ab. Über die Plaza Moyua gehen wir direkt zum Guggenheim-Museum.

Als wir beim Guggenheim Museum angekommen sind, begrüßt uns gleich „Puppy“, ein Westland High White Terrier, der acht Meter hoch und komplett mit Pflanzen überzogen ist und 1992 von Jeff Koons entworfen wurde. Dann starten wird direkt ins Museum, vorbei an der langen Warteschlange von Menschen, die ihre Tickets noch kaufen müssen. Wir haben sie bereits im Vorhinein im Internet gebucht und können mit dem QR-Code gleich direkt hinein.

Das Guggenheim-Museum hat eine Ausstellungsfläche von 11.000 m² und zeigt sowohl eine Dauerausstellung als auch externe Wanderausstellungen. Das einem Oval ähnliche Gebäude befindet sich in der Innenstadt am Ufer des Nervión, unmittelbar neben und unter der Puente La Salve. Architekt ist der kanadisch-US-amerikanische Architekt und Designer Frank O. Gehry. Das Baukonzept wurde 1993 der Solomon R. Guggenheim Foundation vorgestellt. Die Grundsteinlegung erfolgte noch im selben Jahr. Das Gebäude wurde 1997 fertiggestellt und ist für seinen dekonstruktivistischen Baustil berühmt. Das Guggenheim-Museum ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. 2001 erhielt es den „Outstanding Structure Award“ der IABSE. Von dem Museumsbauwerk und seinem Einfluss auf die Stadt abgeleitet ist der Begriff Bilbao-Effekt. Wir sehen die Ausstellung „Motion. Autos, Art, Architecture“ sowie zeitgenössische Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Beeindruckendste ist aber ohnehin die Architektur. Im Foyer faszinieren uns die acht Stahlgebilde „La Materia del Tiempo“ von Richard Serra. Mehr über das Guggenheim gibt es hier nachzulesen

Fast zwei Stunden haben wir im Museum verbracht, unser nächster Weg führt uns zu „Maman“. Sie ist mit ihren über neuen Metern Höhe die größte Skulptur aus der Spinnen-Serie der Künstlerin Louise Bourgeois und trägt einen Beutel, der 26 Marmoreier enthält. Maman ist das französische Wort für „Mama“. Das Werk ist eine Hommage an ihre Mutter, die in Paris als Restauratorin von Tapisserien arbeitete, und so, wie die Spinnen, immer wieder Gewebe erneuerte.

Dann gehen wir entlang des Nervión Richtung Westen und stärken uns in einem Café mit Cola und Oliven. Der mit Palmen gesäumte „Paseo de la Memoria“ führt an Kunstwerken entlang bis zum Palacio Euskalduna, einem Kongresszentrum mit Rostfassade und einer Salvador Dalí-Skulptur. Weiter geht es über die Plaza Sagrada de la Corazón Jesús bis zum Azkuna Zentroa, einem Mehrzweckzentrum, in dessen Obergeschoß sich ein Schwimmbad mit Glasboden befindet. Von unten kann man so den Leuten beim Schwimmen zusehen. Über die Plaza Moyua gehen wir wieder zum Hotel zurück und rasten nach diesem anstrengenden Fußmarsch.

Abendessen im Olá Restaurante

Für das Abendessen haben wir uns ein Restaurant des berühmten spanischen Kochs Martin Berasategui ausgesucht. Wir haben für 20:30 Uhr reserviert, sehr früh für Spanien. Auch heute bekommen wir wieder ein großartiges Degustationsmenü mit rohen Garnelen, Foie Gras, Austern, Tintenfischknödel, Schweinefüßen und vielem mehr. Drei Stunden lang genießen wir und treten gegen Mitternacht den Heimweg an. Der heutige Tag hatte es in sich: 25.138 Schritte haben wir zurückgelegt und sind dementsprechend froh, dass wir unsere müden Füße ausrasten können.