Heute heißt es, früh aufstehen! Bereits vor Sonnenaufgang hüpfen wir aus den Federn und spazieren durch das Stadtviertel Rione Monti. Dort, wo sich tagsüber Touristen drängen, treffen wir zu dieser Uhrzeit nur wenige Leute – alle mit demselben Ziel: Trulli fotografieren, Trulli fotografieren, Trulli fotografieren. Wir sind genauso verzückt wie gestern, insbesondere die barocke Trullikirche Chiesa Parrocchiale di Sant’Antonio da Padova hat es uns angetan.
Wieder retour, nehmen wir ein ausgiebiges Bad im zimmereigenen Whirlpool, bevor wir frühstücken und auschecken.

































Matera – La Città dei Sassi
Unser nächstes Ziel ist Matera, das nicht mehr in Apulien liegt, sondern in der Region Basilikata. Mehr Geschichte geht nicht: Matera zählt neben Aleppo und Jericho zu den ältesten Städten der Welt und gibt Einblicke in das Leben verschiedener Epochen der Zeit. Die Sassi sind zwei Tuffsteinhügel an den steilen Hängen des Flusstales des Gravina, in denen sich Höhlenwohnungen befinden. Diese existieren teilweise schon seit tausenden Jahren. Geht man durch die Gassen der Sassi von Matera, führt der Weg praktisch immer über das Dach einer Wohnung. Im Laufe der Jahrtausende entstand die Höhlenstadt Matera mit einem verschachtelten Netzwerk aus Höhlenwohnungen, engen Gassen und kleinen Plätzen, dazwischen Felsenkirchen, die zusammen ein großes architektonisches Kunstwerk ergeben. Matera ist UNESCO-Weltkulturerbe und war 2019 europäische Kulturhauptstadt.
Wir steuern zunächst den Aussichtspunkt Belvedere di Murgia Timone an, von dem wir nach einem schweißtreibenden Fußmarsch einen großartigen Ausblick auf Matera haben. Dann erst fahren wir in die Höhlenstadt und checken in unser Höhlenzimmer „Senza Nidd“ im Palazzo degli Abati ein. Wir rasten nur kurz und machen uns gleich auf den Weg zu den Sehenswürdigkeiten von Matera. Zuerst steht die ehemalige Zisterne Palombaro Lungo auf unserem Plan. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und im 19. Jahrhundert vergrößert, um die wachsende Bevölkerung mit Wasser zu versorgen. Der riesige Sammelbehälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu fünf Millionen Litern Wasser wurde direkt in den Kalksteinfelsen gehauen. Das Betreten des Palombaro Lungo ist wie eine Reise in eine andere Dimension, die hohen Gewölbe erinnern an eine Kathedrale. Wir spazieren weiter durch enge Gassen und über pittoreske Plätze und sind begeistert von der Schönheit der Stadt. Nicht fehlen darf auch die Kathedrale, die im 13. Jahrhundert im apulisch-romanischen Stil erbaut wurde und auf dem höchsten Punkt der Stadt zwischen den beiden Sassi steht. Danach besuchen wir die Video-Tour „I Sassi Invisibili“ und lernen in einer halben Stunde viel über die Geschichte von Matera. Zum Schluss gehen wir über eine Brücke, die bereits als Kulisse für einen James Bond Film gedient hat zur Chiesa di San Pietro Caveoso und zur Kirche Santa Maria de Idris, die auf einem massiven Felsen thront. Dann haben wir genug von so vielen Steinen und gehen zurück ins Hotel – natürlich nicht ohne einen Zwischenstopp in einer Bar.


































































Nach einer erfrischenden Dusche in unserem Höhlenzimmer spazieren wir zum Restaurant für den Abend. Das Vitantonio Lombardo Ristorante befindet sich – wie könnte es anders sein – in einer Höhle. Es ist mit einem Michelin-Stern dekoriert und es wird uns ein Menü serviert, das keine lukullischen und önologischen Wünsche offenlässt.





















Schritte: 26.200