Weiterflug und Ankunft im Paradies

Der Flug verläuft ruhig, wir können aber nicht viel schlafen. Mitten in der Nacht bekommen wir Essen serviert, der Biorhythmus ist erst einmal nachhaltig gestört. Wir landen nach einem tollen Sonnenaufgang etwas verspätet am Bole Airport in Addis Abeba, Äthiopien. Da wir genügend Zeit für den Umstieg haben, ist das kein Problem. Unser aufgegebenes Gepäck ist bis Sansibar durchgecheckt, durch die Handgepäckkontrolle müssen wir aber nochmal. Was Wien übersehen hat, bleibt den Äthiopiern nicht verborgen, Christophs Schweizermesser wird einkassiert. In der Abflughalle herrscht reges Treiben, alles ist weihnachtlich geschmückt. Wir warten, trinken Kaffee und Wasser und sehen den vielen Menschen zu, die an uns vorbeihasten. Die ganze Welt ist hier vertreten, wir sehen Kaftane und Saris, Jeans, Anzüge und Jogginghosen. Eine Stunde vor Abflug stellen wir uns für das Boarding an, die Schlange ist lange, wir fliegen mit einem großen Airbus A350.

Wir boarden zwar pünktlich, bis zum Abflug haben wir aber 40 Minuten Verspätung. Wir fliegen über Wüsten, fruchtbare Felder, Vulkane und Gebirge. Zum Schluss fliegen wir an Pemba, Sansibars Nachbarinsel, vorbei. Wir sehen weiße Strände, türkises Wasser und Palmen, die Vorfreude steigt ins Unermessliche. Zehn Minuten verspätet kommen wir an. Beim Ausstieg schlägt uns heiße, feuchte Luft entgegen, absolutes Kontrastprogramm zu daheim. Für die Einreise nach Tanzania benötigt man ein Visum, das wir bereits zuhause vorausgefüllt und bezahlt haben. Viele haben das nicht und erledigen den Papierkram vor Ort. Die Nerven so mancher liegen blank, wir stellen uns geduldig an und warten, bis wir unseren Stempel in den Pass bekommen, rund eine Stunde ist vergangen. Wir hätten auch 25 Dollar bezahlen können, um bevorzugt behandelt zu werden, ein Vorgeschmack auf die „Geschäftstüchtigkeit“ so mancher Sansibaren, die sich das Abzocken von Touristen zum Brotjob gemacht haben. Auf unsere Koffer warten wir dann noch einmal eine Stunde, wir vermuten, dass sie alle händisch vom Flugzeug zur Gepäckausgabe getragen werden, denn alle zwei Minuten kommen zwei neue Koffer dazu. Dann sind sie da, unsere Samsonites und wir suchen unseren Fahrer. Draußen stehen ungefähr 50 Männer mit Zetteln in der Hand. Wir finden unseren Fahrer, der ein Schild mit „Claudia Hahn“ in die Luft hält. Nach ein paar weiteren Minuten Wartezeit steigen wir in ein geräumiges, klimatisiertes Taxi. Auf Sansibar herrscht Linksverkehr und auf der Straße das Faustrecht. Die Eindrücke auf der Fahrt überwältigen uns: Die Straße ist gesäumt von Blechhütten, davor stehen und sitzen Männer und verkaufen allerlei: von Obst und Gemüse über Matratzen bis hin zu Baumstämmen für den Hüttenbau. Überall Hühner, Ziegen und Ochsen. Die Frauen sind zu Fuß unterwegs, in bunten Gewändern tragen sie auf dem Kopf die Einkäufe nach Hause. Oder sie fahren mit den öffentlichen Bussen, in denen die Menschen zusammengepfercht sind und die Einkäufe, eingewickelt in bunte Stofftücher, auf dem Dach festgeschnallt werden. Langsam verändert sich die Landschaft, der Staub weicht Kokospalmen, Bananenplantagen und Reisfeldern. Da unser Fahrer zu schnell gefahren ist, werden wir von der Polizei aufgehalten. Es gibt aber keine Strafe, sondern nur eine Verwarnung. Der letzte Teil des Weges wird immer abenteuerlicher, riesige Schlaglöcher machen eine schnelle Fahrt unmöglich. Dann sind wir in Kiwengwa und biegen bald zur Z Lodge Zanzibar ab.

In der gepflegten Anlage werden wir freundlich empfangen und zu unserem Zimmer gebracht. Es ist geräumig, sauber und klimatisiert. Rund um das Bett ist ein Moskitonetz gespannt, wir brauchen also keine Sorge vor den lästigen Stechmücken haben, die die schlechte Angewohnheit haben, Malaria zu übertragen. Zur Begrüßung bekommen wir zwei frische Kokosnüsse mit Loch und schlürfen mit einem Glas-Strohhalm die köstliche Kokosmilch. Dann entledigen wir uns unserer Reisekleidung, schlüpfen ins Badegewand und erkunden die Gegend. In der Anlage gibt es einen kleinen Pool und gemütliche Sonnenliegen. Das Meer hat sich gerade zurückgezogen und legt Seegras und den festen Untergrund frei, wo sich in kleinen Tümpeln Krebse und Krabben tummeln. Wir gehen ein Stück den Strand entlang, und gönnen uns ein Bad im angenehm warmen Pool. Dann packen wir unsere Sachen aus, gehen duschen und Abendessen. Wir trinken einen Cocktail und essen Thunfisch-Sambusa (Claudia) bzw. Hummus mit Chapati (Christoph). Wir erfahren, dass es morgen ein Weihnachtsmenü gibt und melden uns an. Als Hauptspeise essen wir Pasta mit Meeresfrüchten. Zum Nachspülen trinken wir Kilimanjaro-Bier. Wir sind hundemüde und gehen ins Bett.