Fels von San Juan de Gaztelugatxe, Gernika & La Rioja
Wir verlassen Bilbao
Der erste Teil unserer Reise ist vorbei. Heute verlassen wir Bilbao und machen uns auf den Weg nach La Rioja. Wir packen frühmorgens unsere Koffer und gehen im Hotel frühstücken. Dann checken wir aus und lassen uns mit dem Taxi zum Bahnhof bringen. Dort befindet sich die Sixt Autovermietung. Exakt um 10:00 Uhr kommen wir an und holen unser Auto für die nächsten vier Tage. Es ist ein Peugeot Rifter, ein richtiger Bus. Eigentlich haben wir einen SUV gebucht, sind aber über das Upgrade nicht unglücklich, denn wir haben viel Platz.


Fels von San Juan de Gaztelugatxe und Gernika
Wir fahren über die La Salve Brücke hinaus aus der Stadt Richtung Norden. Unser Ziel: Der Fels von Gaztelugatxe. Gaztelugatxe ist eine Insel im Golf von Biskaya, die unmittelbar vor der Felsenküste der Costa Vasca zwischen den Orten Bakio und Bermeo liegt. Sie ist etwa 270 Meter lang und maximal 80 Meter breit. Sie ist durch eine Steinbrücke mit dem rund 200 Meter entfernten Festland verbunden. Auf dem höchsten Punkt der Insel – 50 Meter über Meeresniveau – steht das ehemalige Kloster San Juan de Gaztelugatxe. Um zu der Einsiedelei zu gelangen, muss man, nachdem man die heute dammartig unterbaute Brücke überquert hat, 237 Stufen einer in den Fels gehauenen Treppe hinaufsteigen. Die Felsinsel wird von mehreren unterirdischen Gängen durchzogen und besitzt zahlreiche zum Teil ausgebaute Höhlen. Gaztelugatxe hat sich in jüngerer Zeit aufgrund seiner verwunschenen und romantischen Lage zu einem beliebten Ausflugsziel und zur Touristenattraktion entwickelt. Vor allem aber deshalb, weil die Insel einer der Drehorte der Serie Game of Thrones ist. Deshalb bleibt uns der Zugang verwehrt, wir hätten Tickets im Vorfeld online kaufen müssen. Wir wandern ein Stück entlang der Küste und erhaschen einen guten Blick auf die Insel und das Kloster.






Mit unserer gewonnenen Zeit wissen wir natürlich etwas anzufangen. Wir machen einen Zwischenstopp in Gernika – einer Stadt, die im Bürgerkrieg 1937 beinahe zur Gänze zerstört wurde. Bekannt ist es vor allem durch das Gemälde „Guernika“ von Picasso. Das Bild ist etwa 3,5 mal 7,80 Meter groß. Mit Öl auf Leinwand hat Picasso den Luftangriff der deutschen Legion Condor und der italienischen Corpo Truppe Volontarie, die während des Spanischen Bürgerkrieges auf Seiten Francisco Francos kämpften, festgehalten. Auch der Jakobsweg führt durch Gernika. Wir spazieren in die Stadt, vorbei am Museum des Friedens und gönnen uns Schinkensandwiches und ein kühles Bier. Danch fahren wir knapp 90 Minuten nach Briñas.



















Ankommen in La Rioja und Abendessen in Haro
Briñas liegt im Weingebiet La Rioja, etwa vier Kilometer nördlich der Hauptstadt Haro. Wir haben ein großartiges Hotel gebucht. Der Palacio Tondón wurde 2018 eröffnet und befindet sich direkt neben dem Fluss Ebro. Wir haben ein großzügiges Zimmer mit Flussblick. Wir machen es uns sogleich auf der Terrasse des Hotels gemütlich, trinken Wein und lassen den Nachmittag ausklingen.









Um 19:30 Uhr machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Haro, der Hauptstadt des Weins. Wir spazieren entlang des mit Platanen gesäumten Ebro, überqueren eine Brücke und kommen an weltbekannten Weingütern, wie La Rioja Alta, Muga, R. López de Heredia – Viña Tondonia und Roda vorbei. Eine Stunde später sind wir in Haro angekommen, der Weg führt uns mitten durch den Hauptplatz.






























Heute haben wir wieder ein nobles Restaurant gebucht: Das Michelin-ausgezeichnete Nublo Restaurant. Als wir ankommen, müssen wir noch ein paar Minuten warten und bekommen eine Kombucha-Variante mit Lemongrass in die Hand gedrückt, die es nur in baskischen Michelin-Restaurants gibt. Die wartenden Gäste werden alle einzeln abgeholt und bekommen eine kurze Erklärung zum Weinkeller, dessen Wendeltreppe ds Muster von Libellenflügeln hat, um das Licht optimal zu verteilen. Aus rund 250 verschiedenen Weinen darf der Sommelier jeden Tag auswählen. Dann dürfen wir den Koch in der Küche besuchen, der uns freundlich empfängt und uns den Tonofen, den Holkohelofen und den Niro-Grill zeigt. Danach werden wir zu unserem Platz geführt – einer von sechs Tischen in einem Raum mit quadratischem Grundriss, der rund acht Meter hoch ist. Jeder Tisch ist extra beleuchtet, die Gäste haben so das Gefühl, ihre eigene Insel zu haben. Es gibt eine Speisekarte, die wir über einen QR-Code abrufen – sie wechselt täglich und man kann sich nur zwischen groß oder klein entscheiden. Wir nehmen natürlich das große Menü mit Weinbegleitung. Uns erwarten 15 großartige Gänge, zuerst kleine Häppchen, dann etwas größere Portionen. Wir essen das beste Menü, das wir jemals gegessen haben: Knusprigen Kartoffel mit Trüffel, Steaktartar mit Hummercreme, rohen Shrimp auf geeister Limette, einen Schweinecracker mit Seegurke, einem Stück Bonito mit Paprikaemulsion und vieles vieles mehr. Es ist köstlich und wird mit perfekt passenden Weinen begleitet. Die Atmosphäre im Raum ist wunderbar, in der Mitte hängt ein runder weißer Vorhang, der in wechselnden Farben beleuchtet wird – manchmal blitzt es wie bei einem Gewitter. An diesem Ort wird der perfekte Abend inszeniert – zu einem Preis, der im Vergleich zu anderen Sternerestaurants seehr niedrig ist. Genau um Mitternacht sind wir fertig und fahren mit dem Taxi zurück, der Fußweg wäre jetzt eindeutig zu anstrengend. Heute sind wir wegen der langen Autofahrt und dem chilligen Terrassen-Nachmittag „nur“ 16.804 Schritte gegangen.
























